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Schimmelpilz-Probleme

 

Schimmelpilzbildung in Wohnräumen - ein aktuelles Thema
Schimmelpilz tritt immer häufiger in Wohngebäuden auf. Es sind nicht nur ältere Gebäude mit geringem Wärmeschutz betroffen, sondern auch Neubauten und sanierte Gebäude mit guter Wärmedämmung.

Schimmelpilz-Sporen befinden sich überall in der Luft. Zum Auskeimen und Wachstum muss noch ein feuchter organischer Nährgrund vorhanden sein. Einen guten Nährgrund für Schimmelpilze bieten übliche Dispersionsfarben, Tapeten und Tapetenkleister, Holz, Papier, Textilien und Lederartikel.

Auf mineralischen und alkalischem Untergrund (Beton, Kunststoffteile, Kalkputz, Kalk- oder mineralischer Farbe) findet der Schimmelpilz kein oder nur ein geringes Nahrungsangebot. Er breitet sich deshalb dort nicht oder nur in geringem Maß aus.

Luftfeuchtigkeit - Problem Nummer 1
In der Umgebungs- und Raumluft wird Wasserdampf gebunden. Wird die Luft (z.B. an kalten Stellen der Außenwände bei kalter Witterung) abgekühlt, dann erhöht sich der Sättigungsgrad (= höhere "relative Luftfeuchtigkeit"). Wird dabei die Taupunkttemperatur der Luft unterschritten, dann ist die Luft gesättigt und der Wasserdampf kondensiert. Dies kann dazu führen, dass die Verglasung der Fenster "anläuft" und/oder das Mauerwerk der Außenwände von innen befeuchtet wird. Dies kann zur Bildung von Schimmelpilz führen. 

Wird die Luft erwärmt, dann kann sie mehr Wasserdampf aufnehmen. Damit sinkt die relative Luftfeuchtigkeit. Dieser Effekt wird im Winter dazu genutzt die kalte, feuchte Außenluft nach dem Lüften des Wohnraums zu "trocknen". Dies ist der physikalische Vorgang von "Heizen und Lüften" zur Vermeidung von Schimmelpilz in Innenräumen während der kalten Jahreszeit.

Mit der Luftfeuchtigkeit steigt die Taupunkt-Temperatur der Raumluft an der Wand
Schimmelpilz entsteht bei einer Materialfeuchtigkeit, die einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80% an der Bauteiloberfläche entspricht. Zur Vermeidung von Schimmelpilz darf dieser Wert nicht überschritten werden.

Bei älteren Gebäuden kühlt die Oberfläche der Außenwand bis zu 50% der Temperaturdifferenz Raumluft - Außentemperatur ab. Bei 20°C Raumlufttemperatur und 0°C Außenluft beträgt die Oberflächentemperatur von 10°C. Die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft bei 10°C darf 80% nicht überschreiten. Das Sättigungsgewicht der Luft ist 7,5 g/m³. Dies entspricht 43% des Sättigungsgewichts von 17,3 g/m³ (bzw. relativer Luftfeuchtigkeit von 43%) der Raumluft bei 20°C. Aus diesem Beispiel geht hervor, dass durch entsprechendes Lüften für eine zur Vermeidung von Schimmelpilz für eine ausreichend niedrige relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft gesorgt werden muss.

Bei neueren Gebäuden kühlt die Oberfläche nur bis zu 30% (14°C) ab. Das Sättigungsgewicht der bei 80% relativer Luftfeuchtigkeit und 14°C Oberflächentemperatur ist 9,7 g/m³. Dies entspricht einer relativen Luftfeuchtigkeit der Raumluft von 56%. 

Dies sind beispielhafte Werte für die Vermeidung von Schimmelpilz durch eine ausreichend niedrige relative Luftfeuchtigkeit. Diese Werte ändern sich mit Außentemperatur, die zu geänderten Oberflächentemperaturen der Außenwände (Wärmebrücken) führt. In den Lüftungsempfehlungen sind empfohlene Werte der relativen Luftfeuchtigkeit der Raumluft in Bezug auf die Außentemperatur angeführt.

Den Download für die Lüftungsempfehlungen gibt es - hier -

Fensterlüftung senkt die relative Luftfeuchte im Wohnraum
Der wichtigste Vorgang für das Lüften des Wohnraums ist die "Entsorgung der feuchten Raumluft" an die Außenluft.
Wird die kalte Außenluft erwärmt, dann verringert sich die relative Luftfeuchte. Sie kann dann wieder Feuchtigkeit, die beim Duschen, Kochen, Waschen und Atmen entsteht aufnehmen, bevor sie wieder mit der Außenluft ausgetauscht wird.

Steigt die relative Luftfeuchte über den empfohlenen Wert an, muss der Raum zusätzlich gelüftet werden.

Die Einstellung optimaler Werte der relativen Luftfeuchtigkeit der Raumluft in Bezug auf die Außentemperatur und der Bausubstanz kann mit Hilfe der Tabelle in den "Lüftungsempfehlungen" erreicht werden,

Download der Lüftungsempfehlungen - hier

Guter Wärmeschutz des Gebäudes reduziert die Gefahr der Schimmelpilzbildung
Zur Vermeidung des Schimmelpilzwachstums sollen die Außenwände einen guten Wärmeschutz aufweisen. Ältere Gebäude weisen häufig eine mäßige Wärmedämmung der Außenwände auf. Dies führt bei kalter Witterung zu einer stärkeren Abkühlung der Außenwände und Wärmebrücken an der Innenseite. 

Dies bedeutet noch lange nicht, dass Schimmelpilz nicht vermieden werden kann. Zur Vermeidung von Schimmelpilz muss die Raumluft "trockener" gehalten werden. D.h. es muss durch entsprechen häufiges Lüften eine niedrigere relative Luftfeuchtigkeit in Abhängigkeit der Außentemperatur eingehalten werden.

Neue Fenster in alten Wänden - ein bekanntes Problem
Dichte Fenster mit Wärmeschutzglas vermindern Energieverluste und sparen Heizkosten. Sie verursachen jedoch folgende Probleme:

     - Die Verglasung ist nicht mehr der kälteste Punkt im Wohnraum.
       Die Kondensation der Raumluft findet nicht an der Verglasung statt, sondern an kalten Stellen des Mauerwerks
       (z.B. Außenwandecken, Fensterlaibungen).

     - Es fehlt der bisher vorhandene Luftaustausch bei geschlossenen Fenstern.
       Die Raumluft muss (ohne zusätzliche lüftungstechnische Maßnahmen) zur Vermeidung von zu hoher relativer
       Luftfeuchtigkeit öfters und bewusst durch Stoß- und Querlüftungen ausgetauscht werden.

Oft werden Mieter und Nutzer von Wohnungen an dieser Stelle allein gelassen, indem keine konkreten Vorgaben gemacht werden, wie und wie oft die täglichen Stoßlüftungen durchzuführen sind. Angaben wie "man muss angepasst lüften" oder "intensiver lüften" sind nicht zielführend für die Vermeidung von Schimmelpilz.

Darüber hinaus hat die Rechtsprechung definiert, dass 3 tägliche Stoßlüftungen aller Räume  zur normalen Nutzung der Wohneinheit gehören. Werden im Zug des Fenstertauschs wegen zu dichter Fenster zur Vermeidung von Schimmelpilz wesentlich mehr tägliche Stoßlüftungen notwendig, dann sind sie dem Mieter nicht mehr zumutbar. Dies läuft auf einen bauseitigen Mangel hinaus, der bei normaler Nutzung der Wohnung zur Bildung von Schimmelpilz führt oder führen kann.

Auf die Möblierung achten - erhöhte Schimmelpilzgefahr bei dicht vor Außenwände aufgestellten Möbeln
Dicht vor Außenwänden aufgestellte Möbel verhindern die Zirkulation der Raumluft zwischen Schränken, Sofas (usw.) und der Wand. Die Luft kühlt sich im Zwischenraum der Außenwand zu Schränken bei kalter Witterung verstärkt ab. Die niedrige Oberflächentemperatur führt zu einer Kondensation der Raumluft und Befeuchtung des Mauerwerks und Rückwand der Möbel. Die Bildung von Schimmelpilz ist die Folge.

Zur Vermeidung von Schimmelpilz sollen Möbel in einem angemessenen Abstand zur Außenwand aufgestellt oder montiert werden (Küchenmöbel). Für ältere Gebäude sind mindestens 5 cm, besser 10 cm vor der Außenwand empfohlen. Bei Küchenzeilen vor Außenwänden oder Wänden zu unbeheizten Treppenhäusern sollte darauf geachtet werden, dass eine Luftzirkulation in die Küchenzeile möglich ist (z.B. durch Luftdurchlässe an der Arbeitsplatte und Abschlussplatte zum Boden).

Lüftung von Keller- und Hobbyräumen geht anders
Im Sommer gilt: In der Regel ist die Luft draußen nur in den frühen Morgenstunden trockener als im Keller. Denn je mehr sich die Außenluft aufheizt, desto mehr Feuchtigkeit enthält sie. Die warme Sommerluft saugt tagsüber alle verfügbare Feuchtigkeit wie ein Schwamm auf. Da Keller von kühlem Erdreich umgeben sind, sind Kellerwände und -böden ganzjährig kühl. Das gilt sogar für gut gedämmte Wohnkeller. Dringt dann die warme Sommerluft in den Keller, kondensiert sie an den kühlen Außenwänden - der ideale Nährboden für Schimmelpilze.

Nutzt man den Keller zum Beispiel auch als Hobbykeller, Arbeitszimmer oder Fitnessraum, so sollte der Wert der relativen Luftfeuchtigkeit der Raumluft 60% bis 65% (im Winter 45% bis 50%) nicht überschreiten. Diese Werte können, insbesondere bei der Nutzung des Hobbyraums zum Schlafen, häufig nicht durch das Lüften der Räume im Untergeschoss erreicht werden. In den Sommermonaten muss im Zweifelsfall zeitweise ein elektrischer Lufttrockner eingesetzt werden.

Wird im Keller Wäsche gewaschen und getrocknet, sollte die Tür zu den anderen Kellerräumen geschlossen gehalten werden. Damit wird ein Transport der feuchten Luft in andere Kellerräume vermieden. Feuchte Luft in der Waschküche und im Trockenraum soll direkt an die Außenluft weggelüftet werden.

Ich helfe Ihnen gerne, Ihre Schimmelpilz-Probleme zu lösen
 

 

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